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Realschule Rutesheim

Der goldene Stein

Sie rannten. Sie rannten um ihr Leben. Die dunklen Gänge entlang. Nur erhellt durch die Petroleumlaternen. Hinter ihnen hallte ein lautes Krachen, das stetig näher kam. Eine große Staubwolke stieß durch die Mine. Schneller als die Bergleute rennen konnten. Diese vier Bergmänner  waren gute Freunde und mussten hier arbeiten, weil ihre Familien bitter arm waren. Sie rannten weiter…doch dann bog einer der vier, der Jüngste in einen Nebengang  die anderen rannten weiter und konnten sich gerade noch rechtzeitig mit einem verzweifelten Hechtsprung aus der Mine retten. Hinter ihnen, wo einige Minuten zuvor noch der Mineneingang war, lagen nun tonnenschwere Felsen. Sie schauten sich um… kein Jose, er war nicht da. Sie brachen in Tränen aus…er arbeitete in dieser Goldmine um seiner Schwester die lebensnotwendige Herzoperation zu bezahlen. Nun war auch sie zum Tode verurteilt.

Im Inneren der Mine regte sich plötzlich etwas. Unter der dicken Staubschicht erhob sich Jose. Er hatte sich in einen Nebengang gerettet. Sein einziger Gedanke war in diesem Augenblick: Ich lebe, ich kann meiner Schwester helfen!

Außerhalb der Mine alarmierten die drei anderen Bergmänner sämtliche Rettungsorganisationen um Jose rechtzeitig zur Hilfe zu kommen. Einige Stunden später erschienen die ersten Rettungsmannschaften. Die Goldmine lag sehr abgelegen in Ecuador in einem unfreundlichen Gebiet, deshalb sollten die Rettungsversuche länger dauern… mit verheerenden Folgen. Ein Rettungsplan für Jose wurde ausgearbeitet, in der Hoffnung noch rechtzeitig zur Hilfe zu kommen. Im Inneren der Mine spielte sich derweil unglaubliches ab. Statt sich auszuruhen und auf Hilfe zu warten fing Jose an wieder nach Gold zu graben. Tag ein Tag aus.  Ohne Nahrung. Ohne Wasser. Alles dokumentierte er  in seinem Tagebuch.

Endlich.

Nach fünfzehn Tagen stießen die Rettungsmannschaften auf Jose. Sie fanden ihn tot, gestorben an Wassermangel und Erschöpfung. In seinen starren Händen hielt er sein Tagebuch und einen riesigen Stein aus Gold. Im Tagebuch standen die Worte: „ Diesen Stein vermache ich meiner Schwester, möge er ihr das Leben schenken.“

 

 Dennis Lang (9c)

-0-

Er liegt unter einem Baum,

zwischen Wurzeln und Moos.

Langsam beginnt die Sonne wieder zu scheinen.

Sie hat die Kälte vertrieben

und lässt Blumen auf den Wiesen

und Blätter auf den Bäumen wachsen.

Schnecken kriechen über ihn hinweg

und das Aprilwetter kommt.

 

Aber er... er bleibt bestehen. fest.

 

Es wird wärmer und wärmer,

bis der Feuerball mit seiner ganzen Pracht auf unseren Planeten scheint.

Es fühlt sich an, als sei er in einem dieser großen, feuerspuckenden Berge.

 

Aber er... er bleibt bestehen. fest.

 

Langsam werden die Blätter der Bäume bunt

und bilden ein Bett aus Laub um ihn.

Große Tropfen beginnen vom Himmel zu fallen.

 

Aber er... er bleibt bestehen. fest.

 

Die Kälte rückt immer näher.

Er wird mit einer weißen Decke zugedeckt.

Seine Umgebung friert.

 

Aber er... er bleibt bestehen. fest,

bis die Sonne wieder zu scheinen beginnt und ihn von seiner Decke befreit.

 

 Nina Leiss (9c)

Er ist stumm

Er liegt auf einem Stuhl,

tot, leblos wie eine Leiche,

von allen Seiten angestarrt.

Hochgehoben, gedreht, gewendet.

Jeder denkt über ihn nach.

Überall steht sein Name,

seine Umschreibung,

Geschichten über ihn,

sein Leben und Leiden,

lächerlich wird er gemacht.

Mörder, Heiligtum, Retter, so wird er beschrieben.

Er wird nicht gefragt wie er ist, sich fühlt oder was er denkt,

aber warum auch? Er antwortet nicht,

er antwortet nie, er ist stumm.

Steine können nun mal nicht reden.

 

 Alissa Manhillen (9c)