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Realschule Rutesheim

Geschichte der Realschule Rutesheim

Anfänge in Leonberg

Bis zum Jahr 1963 besuchten die Schüler aus Rutesheim die Mittelschule in Leonberg, was zu dieser Zeit wegen der geringen Übergangszahlen von der Grundschule auf Mittelschule oder Gymnasium möglich war. Mit dem Einsetzen der Bildungsreform und der Werbung für eine längere und bessere schulische Ausbildung wurde auch in ländlichen Gebieten der Elternwunsch nach einer weiterführenden Schule größer. Da die Leonberger Mittelschule überfüllt war, gingen Briefe der Stadt Leonberg an die Gemeinden Rutesheim und Renningen mit der Aufforderung, die einheimischen Mittelschüler anderweitig unterzubringen. Vom heutigen Standpunkt fast unverständlich, herrschte beim Kultusministerium damals eine gewisse Unsicherheit, ob sich eine weitere Mittelschule auf Dauer halten werden könne. Daher wurde ein Kompromiß gefunden, der mit einem Schreiben des Oberschulamts vom 11. April 1963 anordnete:
"Nach Überprüfung aller Gegebenheiten ist das Oberschulamt zu dem Ergebnis gelangt, daß die Schüler der Mittelschule Leonberg aus Renningen, Rutesheim, Weissach, Malmsheim, Flacht, Perouse und Mönsheim in einer auswärtigen Klasse der Mittelschule Leonberg, und zwar in Rutesheim untergebracht werden müssen. Die Klasse gehört organisationsmäßig zur Mittelschule Leonberg und ist von deren Rektorat zu führen und zu überwachen... Diese Entscheidung ist unverbindlich für die spätere Errichtung einer selbständigen Mittelschuleinrichtung im Raume Rutesheim-Renningen."

Die ersten Mittelschüler in Rutesheim

Da das Schuljahr nicht wie heute nach den Sommerferien, sondern nach Ostern begann, wurde der Unterricht in Rutesheim am 22. April 1963 aufgenommen. Aus Rutesheim, Renningen, Flacht, Weissach, Perouse und Mönsheim kamen 42 Schüler. Wo aber wurden diese 42 Schüler unterrichtet? Die Unterrichtsräume waren im Feuerwehrhaus, das nur mit von der Gemeinde gestellten Hausschuhen betreten werden durfte, und in einer Baracke im Schulhof beim Schulhaus in der Hindenburgstraße. Doch bald reichte auch das nicht aus, und im Sängerheim bei der Festhalle mußte ein weiterer Schulraum eingerichtet werden. Die drei Lehrer, unter ihnen auch schon Herr Kuppinger, mußten daher zwischen den verschiedenen Gebäuden hin- und herpendeln und hatten zudem noch alle Fächer zu unterrichten. Eine Aufgabe, die zu bewältigen viel Einsatz erforderte.
 

Eine eigenständige Mittelschule in Rutesheim

Mit weiter steigenden Schülerzahlen wurde das Unterrichten immer schwieriger, und am 18. September 1964 wurde die Errichtung einer eigenständigen Mittelschule in Rutesheim ab Schuljahresbeginn 1964/65 genehmigt. Das Oberschulamt entschied sich für Rutesheim, da die Gemeindeverwaltung mit der Schulhausplanung weiter fortgeschritten war als Renningen. Während bis zum Schuljahre 1964/65 die Schule noch einzügig geführt wurde, mußte im Kurzschuljahr 1966/67 bereits zweizügig unterrichtet werden. Im Dezember 1966 bekam die Schule ihr eigenes Rektorat, und 1967 wurde an der Schule die erste Abschlußprüfung durchgeführt, die 37 Schüler erfolgreich mit der Mittleren Reife bestanden. Mit der Fertigstellung eines gemeinsamen Neubaus für eine Haupt-und Realschule an der Robert-Bosch-Straße im Jahre 1969 schien das Schulraumproblem nun endgültig gelöst.

Die Realschule in eigenen Räumen

Durch den weiteren Anstieg der Schülerzahlen mußte sich der Gemeinderat aber bereits im Jahre 1969 mit der Schaffung weiteren Schulraums befassen. In der Sitzung am 28. Mai 1969 wurde der Beschluß für folgendes Raumprogramm gefaßt: 12 Klassenzimmer, 2 Werkräume mit Maschinenraum, 1 Lehrerzimmer, 1 Rektorat mit Vorzimmer, 1 Lehrmittelzimmer. Nach nur elfmonatiger Bauzeit konnte am 2. Oktober 1971 die Realschule ihre eigenen Räume beziehen. In den folgenden Jahren spaltete sich dann noch die spätere Realschule Renningen ab, anfänglich noch von Rutesheim aus betreut und geleitet, bis dann 1976 eine eigenständige Realschule Renningen gegründet wurde.
Als im Schuljahr 1989/90 die Realschule Rutesheim ihr 25 jähriges Jubiläum feierte, besuchten 342 Schülerinnen und Schüler unsere Schule. Sie kamen aus Rutesheim (170), Perouse (22), Weissach (99), Flacht (49), aus anderen Orten (2).

Hermann Trinkle